Trump schlägt zu – Luftwaffenbasis platt…

Es mag sich um einen provokanten Titel handeln, der das aktuelle Geschehen aber genau beim Namen nennt, denn genau das ist ja heute passiert. Mit anschließenden Diskussionen natürlich…

„Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit!“ Wissen wir Alle. Zur Kenntnis genommen. Schlimm ist es. Unabänderbar ist es auch. Und weiter?

Nicht überraschend ist es, dass sich Trump-Gegner, Trump-Befürworter (gibts die im Moment in Deutschlands Establishment?), Putin-Gegner, Putin-Befürworter, Nix-Wisser und andere zu Wort melden. Teils sich wiederholend.

Aber fassen wir zusammen: Es produzierte sich ein Riesendurcheinander zu Anfang in Syrien und in der Folge besonders:

Assads Truppen gegen FSA. FSA gegen Al Kaida. Iranische Söldner, Hisbollahs aus dem Libanon, IS, andere Terrorgruppen und sonstige geben sich ein Stelldichein, terrorisieren allesamt die Bevölkerung, und pulverisieren ein ganzes Land. Und ja, wir haben noch Jemanden vergessen: Erdogan, mit seinen Großosmanischen Träumereien.

So. sind Menschen! Oder, um es abzuschwächen: So können Menschen sein.

Wer aktuell da jetzt noch eine Lösung finden will, naja, den beneide ich nicht…

Also suchen viele der Gefragten keine Lösung, sondern vertreten ihre Interessen. Das ist hart. Aber das ist Politik. Ein Ende des hierzulande allgegenwärtigen Illusionismus wäre auch mal eine Idee. Vielleicht viele dann Konstruktives ein?

Zurück zum Thema: Fakt ist der Giftgasangriff. Die Hintergründe kennen wir nicht. Die Russen behaupten, man habe eine Giftgasfabrik angegriffen (was für eine bescheuerte Idee) und die Amerikaner sagen, es war ein Giftgasangriff der Syrer gewesen.Wusste gar nicht, dass die überhaupt noch über so was wie eine „Luftwaffe“ verfügen.

Nun können sich alle Strategen in Facebook und Co wieder eine Version aussuchen. Sozusagen ist das ganze Thema zum „ich wünsche mir gewisse Fakten analog meiner politischen Einstellung“ Diskussion geworden.

Zielführend? Mitnichten! Fassen wir zusammen: Die Amerikaner haben sich äußerst unbeliebt gemacht. weil sie mit ihren Eingriffen seit Vietnam mehr Unruhe stifteten, als dass es  Befriedung gab. Kann man das so sagen?

Die Russen haben sich auch nie besonders mit Ruhm bekleckert, mussten sich aber meistens und zudem hauptsächlich seit 1989 eher zurück halten, mangels Masse und Möglichkeiten. Deren Kenntnisse und Fähigkeiten, friedensstiftend unterwegs zu sein, können Sie sich aberr ersatzweise in Tschetschenien und Georgien anschauen.

Zu bemerken bleibt auch, dass in den sogenannten „modernen Kriegen“, Zyniker sprechen teilweise auch von „sauberen Kriegen“, die Quote der zivilen Opfer exorbitant größer ist, als die im zweiten Weltkrieg trotz Flächenbombardements. Wir lernen: Nicht nur irgendetwas läuft da falsch, sondern Menschen sind nach wie vor egal und Bauernopfer.

Wir immernoch im Mittelalter plus Lapotop. (Der Spruch ist tatsächlich von mir 😉   )

Wobei dies eigentlich eine beleidigende Betitelung des Mittelalters ist. Sei’s drum.

Nichts desto Trotz, haben die Amerikaner gestern nacht einen Militärstützpunkt der Syrer angegriffen. Dieses Mal keine Schule,. kein Krankenhaus und kein Wohnviertel mit verstreut darin befindlichen Terroristen – nebst Kindern.

Und um kurz der Esoterik Tribut zu zollen: Wenn ich Assads Konterfei sehe, weiß ich was ich für eine Figur vor mir habe. (perönlich emotionaler Button wieder aus)

Kurzum: es traf beim Angriff auf den Flughafen nicht die Faslchen. Nicht mehr. Und auch nicht weniger.

Das sich „der Russe“, jetzt „angegriffen“ fühlt, ist politisch nachvollziehbar. Nicht mehr und auch dieses Mal, nicht weniger…

Natürlich bekommen wir im Westen auch nicht (immer) die Wahrheit erzählt. Natürlich gibt es mehrere Wahrheiten und auch die Russen – denen man sicher Vieles unterstellen kann – haben nicht nur interessante Sichtweisen, sondern auch Ihre Wahrheit, die es zu beachten gilt.

Als Russland in den Krieg eintrat, hofften Manche (ich kenne noch die alten Diskussionen auf Facebook und Co), dass er bald vorbei sei. Dass man nun zumindest Fakten schaffen würde., auch wenn dann Assad bliebe. Ebenfalls eine Illusion. Und warum auch, sollten die Russen etwas können, was Andere nicht schafften? (Oder schaffen wollten?)

Trump hat gezeigt, dass er Entscheidungen zu treffen in der Lage ist. Man kann über diese Entscheidung(en) streiten. Aber er trifft sie. Und zwar schnell.

Vielleicht, – aber auch nur vielleicht -, ist jetzt Assad gewarnt und lässt die restlichen flugfähigen Geräte nicht mehr mit diesem Giftzeugs bestücken….

Natürlich bleiben Fragen: Warum hätte Assad das überhaupt machen sollen, mit diesem Giftgasangriff? Was hatte er davon? Diese Frage stelle nicht ich, sondern gestern (vor dem Luftangriff der USA) ein Mainzer Universiätsprofesser in SWR 3. Ihm kam das Alles nicht schlüssig vor. Mit Recht. Denn er betrachtet als zivilisierter Mensch Vorgänge mit Logik und versucht sie logisch und verstandesgemäß nachzuvollziehen.

Was er aber vergisst, ist der menschliche Wahnsinn und Fanatismus. Eine nie berechenbare Eigenschaft des Menschen und also auch verschiedener Diktatoren. Eine Eigenschaft, die immer wieder Überraschungen mit sich bringt. Meist Grausame.,

Und dann ist da Putin, Neben der Politik und neben der (berechtigten) Kritik, man solle insbesondere als Deutsche, die Kontakte zu Russland nicht allzu sehr belasten, darf man nie vergessen, wen man vor sich hat.

Bei Trump regten wir uns auf: Ein gefühlsmäßig wie ein Bauer auftretender Milliardär, dem Establishment entzogen, auf einem Selbstverwirklichungstrip ohne soziales Gewissen (scheinbar), will Präsident werden und schafft das auch. So viel zu Trump. Bewerten kann das jeder für sich.

Bei Putin regt sich keiner mehr auf. Oder doch? Fassen wir zusammen oder besser noch, fangen wir mit dem an, wie ich es immer auszusprechen wage:

Die Nachfolgeorganisation des ZK der Union der sozialistischen Sowjetrepubliken ist die Mafia.

Putin war Geheimdienstoffizier in Ost-Berlin. Das er deutsch spricht, ist da nicht weiter von Belang. Das ein hoher Ex-KGB-Offizier keine Friedenstaube ist, wohl eher. Das solche Figuren eher soziopathisch veranlagt sind, wohl unumstritten. Denen braucht keiner mit Menschenrechten und Demokratieverständniss zu kommen.

Gut. Russland wäre wohl derzeit noch kaum regierbar mit einem Weichgespülten, aber hoffnungsvolle Alternativen hätte es schon gegeben, wären sie nicht mittlerweile in russischen Gefängnissen verschwunden. Dies unter etwas Nachhilfe des guten alten Putin.

Also was erwarten wir von Putin. Zu viel?  Auf jeden Fall! Er verfolgt seine Interessen im Rahmen des Möglichen. Und ich muss sagen, ich bin nicht unfroh darüber, dass dessen Möglichkeiten etwas geringer sind, als die der USA.

Die USA ist kein Friedensengel. Ganz klar. Und wir keine Träumer. Das haben wir alle gefressen. Aber ich habe noch die Generation kennen gelernt, die den 2. Weltkrieg erlebt haben. Als Zivilisten und als Soldaten.

Und wie meine (tolle) Mutter immer sagte: „Lieber nehme ich ’nen Ami roh, als den Russen gebraten.“ Soll jeder selbst bewerten, der das jetzt komisch findet.

Fakt ist: Ein Flughafen von Assad ist platt. Der Amerikaner hat klar gemacht, dass er rein geht, wann er will und wie er will, wenn er denn will.

Fakt ist: Ein kriegsentscheidender Eingriff war es nicht. Einen solchen zu führen, ist nicht mehr möglich. Nach 7 Jahren des Krieges und unsäglichem Leid, stehen wir Menschen vor den Trümmern unseres Tuns. Das Bauernopfer durch Eskalation allgemeinen Versagens:  Syrien. Libyen auch. Afghanistan auch., etc etc…

Wie diese Nummer hier ausgeht, weiß niemand. Wir hoffen nur noch: Irgendwie und hoffentlich bald.

Die Entwicklung lässt auf etwas hindeuten, dass zu erwähnen, auch Erschrecken auslösen dürfte. Aus einem solchen Durcheinander heraus, ist einmal der 1. Weltkrieg entstanden. In der Dynamik gibt es viel mehr Parallelen als zum 2. Weltkrieg.

Versagt haben wir Alle! Die Amerikaner, die Russen, auch die EU und auch die Anrainerstaaten, von denen niemand spricht. Die Iraner bekleckern sich nicht mit Ruhm, statt dafür zu sorgen, nach dem Aufheben des Embargos nun für ein besseres Image und eine wieder funktionierende Wirtschaft zu sorgen und die Saudis ebenfalls nicht. Saudis nehmen keine Flüchtlinge auf. Geld hätten sie genug. Lieber verballern sie ihre Kohle in teure Autos, so lange wie ihr Öl noch gebraucht wird und vögeln sich durch die Puffs im Libanon, weil das ja im Sandland nicht erlaubt ist.

Geht die Nummer schief, ist sowieso der Westen wieder Schuld.

Zurück bleibt ein fader Beigeschmack: „Jeder macht was er will, keiner macht was er soll, aber alle machen mit.“

Zurück bleiben wir Alle, die noch von sich behaupten, sie hätten wenigstens noch fast alle Latten am Zaun. Mich eingenommen. Irritiert. Staunend. Entsetzt.

Ich erinnere mich da irgendwie immer an den genialen Gene Roddenberry, den Erfinder von „Star Trek“:

Zur obersten Direktive gehörte die Nichteinmischung in die Kultur und Politik fremder Planeten.

Gemessen an dem, was wir Alle, in der EU, aus der USA heraus, und auch aus Russland heraus, aufgrund unserer Arroganz und der Meinung, für „Ordung sorgen zu müssen“ und „unsere Werte“ missionarisch in die Welt tragen zu müssen, angerichtet haben, wäre dies für die Zukunft wohl ein Gedanke wert….

P..S: Ein Gedankenspiel zum Schluß: Und gilt es, sich einmal einzumischen und zwar schnell, kommen interessanterweise die politischen Zauderer.

Was wäre passiert, hätte man zu Anfang des Krieges, die zu diesem Zeitpunkt noch handlungsfähige FSA (freie syrische Armee) mit ihren moderaten Kräften zielführend unterstützt? Wäre dann das gekommen, was wir heute haben? Wäre eine stabile neue demokratische Regierungsform entstanden? Wäre der IS in Syrien so niemals groß geworden? Man weiß es nicht. Aber ein schwerwiegender politischer Fehler, könnte es gewesen sein…

 

 

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