SPD: „Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die Männliche überwinden…“ oder: Die Geschichte eines überwundenen Mannes…

Meine Asservatenkammer beherbert viele Stücke, welche eine gewisse Bedeutung in meinem Leben haben.

Auch das Holzmännchen, welches einen Vikinger mit einem abgebrochenen Helmhorn zeigt, gehört dazu. Wenn auch das Männchen eine traurige Geschichte erzählt, ist es immer wieder Erinenrung daran, dass wir politisch Tätigen unsere Stimme geben, ohne genau hin zu schauen.

So ergeben sich gesellschaftlich manifestierte Dogmen, die sich nur aufgrund der Kraft ihrer Wiederholung manifestieren konnten. Ansonsten wären sie längst auf dem Müllhaufen geschichtlich irrelevanter verbaler Auswürfe gelandet.

Wie z.B. Solches: Männer sind Täter! Sie sind zudem stark, ständig bevorteilt und erniedrigen die Frauen. Und die Erde ist eine Scheibe…

In meinem Stammcafe fand sich ein Mann ein, den ich nicht kannte, obwohl ich damals im gleichen Dorf wohnte. Wir nennen ihn Manfred. Diese Geschichte ist ihm gewidmet.

Mandred war krank. Nach längerem Berufsleben fand sich in der Schulmedizin für ihn keine Hilfe, den Rücken zu heilen und ihn von seinen Schmerzen zu befreien, die er chronisch zu ertragen hatte.

Manfred war ein netter Mann. Nie laut. Nie agressiv. Und er verstand die Welt nicht mehr. Nun nicht mehr in der Lage Geld zu verdienen und die Familie zu versorgen, bekam er eine geringe Berufsunfähigkeitsrente.

Er hatte sich ein eigenes Haus erarbeitet. Ein bürgerliches Leben. Er war seit über 20 Jahren verheiratet. Er hatte eine fast erwachsene Tochter.

Sein Wert bemaß sich scheinbar lediglich an seiner Arbeitskraft, die ihm nun nicht mehr zur Verfügung stand. Festzustellen war es leicht für mich. Denn der Spott, der ihn von Seiten ehemaliger Arbeitskollegen und Arbeitgeber verfolgte, wurde für mich schnell offensichtlich.

Seine Ehefrau „konnte dann irgendwann nicht mehr.“ Man muss dazu sagen, dass seine (Noch-) Ehefrau selbst vermögend war. Dies hauptsächlich nicht durch eigenes Zutun, sondern aufgrund des reichhaltig vermögenden Vaters. Der wiederum verachtete, ohne damit hinter dem Berg zu halten, Manfred nun auch. Eigentlich hatte er das immer getan.

Gutmütige Menschen, die „einfach“ erscheinen, denen der schnöde Mammon nichts wert ist, werden gerne auch als dümmlich und simpel hingestellt. Unsere Gesellschaft ist nicht so sozial, wie sie es gerne behauptet.

Nach Jahren der Krankkeit trennte sich seine Frau von ihm. Ein  „Neuer“ gab sich ein Stelldichein. Höherer Erotikfaktor eben. Leistungswillig und Leistungsfähig! Ein Kerl, wie man ihn sich vorstellt.

Während Manfred in seinem Haus saß und seine Welt über ihn zusammen brach, tranken seine Ex-Frau und ihr „Neuer“ in der Wohnstube von Manfred’s Mutter Kaffee. Er durfte dabei zusehen, denn das Haus der Mutter war gleich nebenan. Was regte er sich auch darüber auf? Man muss auch jönne könne…

Die fast erwachsene Tochter blieb anfangs im Hause von Manfred. Der gewohnten Umgebung sozusagen. Manfred hatte ein Auto und dies auszuleihen oder sich des Nachts aus der Disco abholen zu lassen, war zudem angenehm.

Irgendwann und nach längerer Zeit des Trauerns um seine Ehe, sprach er eine andere Dorfbewohnerin an. Zugezogen. Erfolgreich geschieden. Von einem erfolgreichen Ex-Mann mit Unterhalt und Zugewinn reichhaltig ausgestattet.

Er fragte sie, ob sie mit ihm essen gehen würde. Daraus wurde leider nichts. Denn Manfred war nicht gut genug. Als er mal nicht da war, sagte sie im Cafe: „Was soll ich denn mit DEM ?“

Eines Tages tauchte Manfred bei uns auf. Wir tranken einen Cafe. Dann wollte er auch schon wieder gehen. Er hinterließ ein kleines Geschenk für meinen kleinen Sohn. Dieses Holzmännchen…

Überhaupt begann er, Geschenke zu verteilen. Überall kleine Aufmerksamkeiten an Menschen, die ihm etwas bedeuteten. Und seien es auch nur Menschen, die ihm zuhörten und nicht verhöhnten.

Dann zog seine Tochter plötzlich aus. Hin zur Mutter. Diese war nun selbst Immobilienbesitzerin geworden, denn der Vater der Noch-Ehefrau  hatte schlicht eine der vielen vorhandenen Immobilien, die er sein Eigen nannte, Ihr überlassen. Das arme Ding muss ja irgendwo wohnen. Standesgemäß…

Nun war Manfred alleine im Haus. Im Cafe saß er fortan fast alle 2 Tage.

Bis zu dem Tag als heraus kam, dass seine Ex-Frau ihren Anteil am Hause haben wollte. 80.000 Euro hatte sie sich ausgerechnet. Die sollte er nun zahlen. Er, der es schließlich nicht schaffte, endlich wieder arbeiten zu gehen, so wie man es verlangte…

Manfred war verzweifelt. Und er suchte sich Hilfe. Er wies sich mehrmals freiwillig in eine psychiatrische Klinik ein. Das letzte Mal, als er sie aufsuchte, verließ er sie eiligst wieder. Man hatte ihm ein Bett in einem Zimmer zugewiesen, in dem er nicht einmal schlafen konnte. Der neben ihm liegende Alkoholiker neigte zu mitternächtlichen Exkursionen und zum ständigen Übergeben…

Dann ging Manfred nach Hause. Für ihn gab es auch nicht, den „Frauenngesprächskreis“, denn er war ja ein Mann. Auch keine Hilfe im Selbsthilfeverein. Vor Ort fand sich so etwas nicht. Zumindest nicht für einen Mann. Da waren nur Frauen. Im Lila-Lädchen stattete man auch nur Frauen mit dem notwendigsten aus oder sprach mit ihnen. Ein Mann ist stark. Der braucht so was nicht. Im Zweifel hate er die Kneipe. Das war aber nicht sein Ding.

Dann fasst Manfred einen Entschluß:

Manfred erhängte sich in seinem Bad.

Nun war er überwunden, der Manfred. Ganz so, wie es im Parteiprogramm steht. Als das familiäre Umfeld davon erfuhr und er gefunden wurde, hieß es:

Wie konnte er das nur seiner Tochter antun? Jetzt muss die arme Ex-Frau alleine damit zurecht kommen?

Einige Tage später hieß es: „Er war halt krank!. Da konnte keiner was dran machen.“ Um Ausreden ist man nie verlegen.

Niemand war Schuld. Alle waren Opfer. Nur Manfred nicht.

Eigentlich hatte Manfred ihnen nun ein Schnippchen geschlagen. Sollten sie sehen, wie sie nun zurecht kamen. Manfred hatte jetzt zumindest seine Ruhe. Darf man das so sagen?

Und solche „Sprüche“ – und mehr ist es nicht – die es in Parteiprogrammen zu lesen gibt, wie sind sie nun darauf zu übertragen? Wie wirken diese „Ideen“ sich in der Realität aus?

Genau so! Sie manifestieren ein Gesellschaftsbild, dass im Endergebnis aufzeigt:

Nach wie vor sind alle Gleich, nur manche eben etwas Gleicher… Und die, die Gleichstellung suchen, sind wohl tatsächlich mittlerweile die, die längst damit beschäftigt sind, eigene Privilegien zu verteidigen.

Auch wenn der Ex-Frau freigestellt sein darf, ob sie sich trennen möchte oder nicht. Auch wenn es Manfred’s Entscheidung war, mit der Situation, so oder so umzugehen, so wurde seine Entscheidung zumindst dadurch beeinflusst, dass in unserer Gesellschaft, sogenannte Täter längst Opfer geworden sind und sogenannte Opfer, längst zu Tätern wurden.

Politische Ergüsse von in der Wirtschaft unbrauchbaren Zivilversagern, die uns unser Leben erklären wollen und glauben zu wissen,. welchem Klientel wahlweise zuzuarbeiten ist,  bedarf es allerdings nicht.

Liebe SPD: Ich habe einen anderen Vorschlag:

„Da wo eine menschliche Gesellschaft ist, sollte Moral, Vernunft und Verstand einer zivilisierten Gesellschaft sein, die gelernt hat, dümmliche Ideologien abzustreifen. Wir – in der Politik – sind dafür seit Langem leider die falschen Ansprechpartner, denn wir leben es schon seit unendlich langer Zeit nicht (mehr) vor.“

Lieber Manfred. In diessem Sinne! Und ich hoffe, das Du gefunden hast, was Du gesucht hast.

 

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