„Zwangsvaterschaft“ – oder: Die Hinterfragung eines mütterlichen Alleinstellungsmerkmales…

Unlängst hat der Genderkongreß 2017 stattgefunden, welcher ein bislang unbeachtetes Thema aufgriff:

Die Zwangsvaterschaft

https://www.genderkongress.org/anmeldung/

Während die Themen des Genderkongresses derzeit sich noch gewisser Unbeliebtheit erfreuen, in dem sich mittlerweile dem Establishment zugehörig fühlenden „Gender-Mainstreaming“ und deren Vertreter/innen, sind die Themen mithin nicht weniger interessant, sondern notwendig, da die der Öffentlichkeit dargebrachte Einseitigkeit derjenigen, die die Welt zu erklären wissen, kaum noch zu rechtfertigen ist.

Bezeichnend aber ist der Mut, ein Thema aufzugreifen, dass für sich alleine genommen schon eine Frechheit für den Feminismus bedeuten muss, da nicht einmal mehr diskutiert wird – ja nicht einmal kontrovers darüber nachgedacht wird – ob ein Kinderwunsch per se der Zustimmung beider Beteiligter bedarf, wo doch die absolute Deutungs- und Entscheidungshoheit bei der Mutter liegt, ob, wie und wann sie ein Kind möchte.

Der Blog von

https://emannzer.wordpress.com/2017/05/16/nachlese-vortrag-zwangsvaterschaft/

geht hier, auch mit vielen Verweisen und Verlinkungen sehr detailreich der Sache nach.

Grundsätzlich ist ein gesellschaftsfähiges Phänomen zu erkennen, über das genauso wenig nachgedacht wird, als dass es eigentlich tatsächlich dem entspricht, was unsere Gesellschaft derzeit tagein tagaus in die Hörner geflötet wird: Bloß keine Diskriminierung von Irgendwem.

Ist ja eigentlich auch ganz löblich, wäre da nicht das Problem der Selektion durch die Hintertüre. Denn wer sich als „diskrminierungswürdig“ erweist, entscheiden unsere Gleichstellungsexperten. Und Väter gehören nicht dazu. Auch nicht Werdende….

Es wird also auch gar nicht erst in Erwägung gezogen, dass es Männer geben könnte, die in eine solche Problematik als Betroffene herein rutschen könnten. Es ist von vorneherein festgelegt, wer das Opfer ist. Die Mutter.

Das nenne ich mal „Gestaltungsspielraum“.

Da ich dies natürlich so nicht stehen lassen kann, möchte ich demgegenüber eine andere Betitelung aus dem Finanz- und Steuerrecht anführen:

Handelt es sich nicht eher um Gestaltungsmißbrauch?

Während also der feministisch angehauchte Teil der weiblichen Bürgerschaft sehr gerne das Wort des „Erzeugers“ in den Mund nimmt, und dies auch im Zusammenhang mit dem obigen Thema, verbleibt nur noch hierzu zu sagen, dass gerade dann diese Feministinnen sich ihrer vollständigen Glaubwürdigkeit per se berauben, denn die Begrifflichkeit „Erzeuger“ ist wohl eine der sexistischsten Begriffe überhaupt, also Sexismus in Reinkultur, welcher doch so gerne von genau dieser Seite aus bekämpft wird.

Ich nenne eine Mutter auch nicht – und verhält sie sich noch so zweifelhaft – eine „Gebährende“.

Dies festzuhalten mir einmal wichtig war…

Betrachten wir also bei allem Für und Wider einmal einen Fall aus der Praxis:

Ein Paar ist seit einiger Zeit „zusammen“. Während der Mann sich noch nicht schlüssig ist, ob er ein Kind haben möchte (oder mit dieser Frau haben möchte?) oder nicht, beschließt die Mutter die Pille zu vergessen. Nun, man kann eine Pille vergessen, aber man sollte eben nicht vergessen, dass man sie vergessen hat. Aber das ist ein anderes Thema, denn hier ist das „Vergessen“ gleichzusetzen mit „Vorsatz“, den zuzugeben die Frau in der Öffentlichkeit dann sich doch nicht traut, weshalb man eben dann das Wort „vergessen“ nutzt. Wohl wissend, dass solche Vorgänge dann doch schon mal einen faden Beigeschmack nach sich ziehen können.

Der Mann und werdende Vater allerdings, steht nun vor einem Dilemma. Gefragt hat ihn niemand. Und ganz nebenbei ist er im Grunde also betrogen worden.

Egal ob:

  • Die Frau nun abtreiben möchte (und er nicht) oder,
  • Die Frau das Kind möchte (und er nicht)

Dieser Betrug ist nun nicht strafrechtlich relevant, aber es ändert nichts an der Defintion des Wortes Betrug an sich, welches nun schon – wissend was als Nächstes kommt – wortreich und auch agressiv von Seiten der Brigitte-Forum-Nutzer abgewiesen würde.

Nun , also seiner Entscheidungsfreiheit beraubt, hintergangen und betrogen, verlangt die Gesellschaft zum Einen, und die Mutter im Besonderen, von ihm „seinen Mann zu stehen“. Nicht zu seiner Entscheidung, die er ja nie treffen durfte, sondern zu dem, was auf ihn zukommt. Egal was.

Da hier einmal mehr die Deutungshoheit des Begriffes „Moral“ schlicht bei anderen lag, geht ihm sehr schnell argumentativ die Puste aus. Wie kann man sich auch nur gegen ein, nun schon sich auf der Welt befindliches Kind, stellen? Und nicht nur das! Wie kann man sich gegen eine Mutter stellen, die ein Kind nicht austragen möchte? Er kann es drehen und wenden wie er will. er steht daneben und hat genau dort zu bleiben…

Zahlen will er nur nicht, der Lump! (Sollte die Mutter sich für das Kind entschieden haben)

Und schwupps, befinden sich diejenigen ohne Scham und in aller Eile, die jedes Rollenverständnis und Verteilung desselbigen, versuchen als „Pfui Bäh“ vom Tisch zu fegen, wieder genau dort sehr gerne wieder, nämlich in dem Rollenverständnis, welches es doch so stark zu bekämpfen gilt.

Mutter bestimmt. Vater zahlt.

„Frau“ macht sich eben die Welt, wie sie ihr gefällt…

Der, dem Manne nun aufoktroyierte Wille der Frau, dem ein vollzogener Betrug voranging, hat nun die bedingungslose Kapitulation des Mannes zu folgen.

Entweder „Augen zu und durch“, was vielfach praktiziert wird, oder aber die Trennung von dieser Frau, da ja auch das Vertrauen des Mannes in seine Partnerin mißbraucht wurde und wer weiß was als Nächstes kommt?

Gemäß den Fall, dass die Mutter gegen den Willen des Mannes ein Kind bekam, gilt es aber nun die Finanzierung zu sichern, denn das Kindeswohl steht ja im Vordergund und wird gerne am Gelde festgemacht, so dass die Frau sich trefflich schön dahinter verstecken kann . Sie mutiert zum Opfer eines unwilligen Mannes.

Das deutsche Unterhaltsrecht verhält sich hier eindeutig: Der Staat will nicht zahlen, wenn er es verhindern kann, obwohl er Kinder möchte, die Frau kann nicht zahlen, da sie oftmals nicht einmal auf einen erlernten Beruf zurück greifen kann oder möchte und in Anbetracht des Vorhandensein eines Babys nun sowieso diesbezüglich gehandicapt ist, also bleibt nur noch Einer: Der Vater!

So macht man sich einfach, was nicht so einfach sein kann!

Und deshalb wäre einmal ganz revolutionär folgender Ansatz diskutierwürdig:

Wer sich über den Willen des Partners hinweg setzt und dessen ungewollte Elternschaft in eine erzwungene Elternschaft ändert, unterliegt dem Grundsatz des „Auswahlverschuldens“, dessen Auswirkungen dann zu tragen sind.

Gleichbedeutend: Keine Einwilligung. Kein Unterhalt!

Nun kommt der Begriff des „Auswahlverschuldens“ aus dem Schuldrecht.

Auswahlverschulden (lat. culpa in eligendo) ist ein Begriff aus dem Schuldrecht. Er bezeichnet den Sachverhalt, wenn der Schuldner bei der Erfüllung seiner Verbindlichkeit einen Dritten eingeschaltet hat, der erkennbar ungeeignet oder dessen Einschaltung doch zumindest mit erkennbaren Risiken verbunden ist.

Zumindest mit Risiken verbunden ist es, wenn eine Mutter ein Kind bekommt, ohne den Vater vorher zu fragen oder dessen Einwilligung einzuholen, so dass dieser Vater dann auch sagen könnte:

„Ach, laß mir meine Ruh'“ Das Risiko geht sie aber voll ein, denn der Zahlungen kann sie gesetzlich sicher sein. Sie zwingt eine Person in eine ungewollte Situation. Nach unserem Recht zahlt sie dann trotzdem. Um Rechte bezüglich des Kindes muss sie aber kämpfen. Ist das moralisch, wo doch die Frage nach der Moral auch im Raume stand?

Man wäre geneigt zu fragen, ja wie solle man denn die vorherige Einwilligung beweisen (?), – was nachvollziehbar ist – aber bei der Reform des Sexualstrafrechtes hatte man auch keine Probleme, eine quasi Beweislastumkehr mit dem Risiko der Befeuerung von Falschbezichtungen in Kauf zu nehmen.

Und hier einige interessante Fragen aus dem Workshop, welcher auf dem Gender-Kongress abgehalten wurde:

Zwangsvaterschaft – offene Fragen
Die Stellung des biologischen Vaters
Quelle der Fragen; zu finden auf dem Blog „jungsundmädchen“
1) Wie weit können die Rechte des biologischen Vaters in eine bestehende
Familie hineinreichen, wenn die Mutter bereits mit einem anderen Mann
eine Familie hat?
Bezüglich der Pflichten des biologischen Vaters besteht zumindest seitens des deutschen Familienrechtes kein Zweifel. Zahlen! Natürlich darf er die (Rest-) Idylle der Familie nicht stören. Aber sind die Interessen des Kindes nicht auch diejenigen, den leiblichen Vater kennen lernen zu dürfen und auch entsprechende Umgangsrechte wahrnehmen zu können?
2) Was gebietet der Schutz der bereits bestehenden Familie?
Diese Frage ist komisch, wie seltsam. Ist die Familie nicht mehr geschützt, wenn ein Kind der Familie einen anderen Vater hat und dieser seine Vaterrechte auch wahr nimmt? Vor wem oder was muss die Familie geschützt werden? Vor ihm?
Schützen wir dann demnächst auch Patchworkkrempel vor umgangsbegehrenden Vätern und nehmen ihnen gänzlich dieses Recht?
3) Welche Rechte kann der  biologische Vater geltend machen, wenn die
Schwangere gegen seinen Willen abreibt?
Vor vollendete Tatsachen gestellt, verbleibt wohl nicht viel. Das bestehende Abtreibungsrecht dürfte hier keine Lösung parat haben (können).
4) Kann es eine Abtreibung geben, zu der beide Eltern zustimmen müssen?
Und warum nicht? Zumindest sollte die Möglichkeit in Betracht gezogen werden, dass der Vater vorher gefragt werden muss, ob er das Kind groß ziehen möchte.
5) Ist ein verpflichtender Vaterschaftstest moralisch abzeptabel?
Sich über Moral zu unterhalten, kann weit führen. An diese hält sich die Familienrechtsprechung genauso wenig, wie es Frauenrechtlerinnen tun, wenn es um die Vertretung eigener Interessen geht.
Welche Frau hätte Interesse an einem Vaterschaftstest, wenn sie ihrem Ehemann beichten muss, was sie so in ihrer Freizeit anstellt? Es sei denn, sie stellt Unterhalt über den Ärger, der ihr blüht.
Ein Interesse daran, kann nur ein leiblicher Vater haben, der gleichzeitig seine Vaterschaft leben will. Darauf wurde bislang kaum Rücksicht genommen. Daran wird sich vorerst kaum etwas ändern.
Das Interesse könnte aber auch beim Kind liegen. Das zu fragen, wird schwierig, wenn es klein ist. Und da der mütterliche Alleinherrschaftsanspruch gesichert ist, überträgt man diese Frage an diejenige, die oftmals das wenigste Interesse daran hat
6) Welche der Abtreibung analogen Möglichkeiten sollte der biologische Vater haben?
Was sich aus der Antwort zu Frage 4 schon ergibt.
Hier gilt doch eher generell festzustellen:
Eine gleichberechtigte Teilhabe  der Eltern am Leben des Kindes – also Vater und Mutter – ist schon so oft bei normalen Trennungs- und Scheidungsangelegenheiten für Vätern kaum umsetzbar. Sollte aber selbstverständlich so sein. Dies auf die Abtreibungsfrage und die Entscheidung, ob die Abtreibung stattfinden soll oder nicht zu übertragen, indem beide Elternteile die Möglichkeit haben müssen, sich dazu äußern zu  können, um dann zu klären, ob der Vater das Kind haben und großziehen möchte, wäre eine durchführbare Option.
Hier wäre auch der Moral Genüge getan.
Dazu bedarf es aber auch der Aufmerksamkeit, die Argumente der „Gegenseite“ zu beleuchten, welche aufzeigen, mit welcher Ideologie man es wirklich zu tun hat.
So ein Zitat einer erregten Feministin:
„An die Zustimmung des Erzeugers aber seine Vaterpflichten zu knüpfen,
ist zum einen Erpressung, begründet zum anderen eine soziale Notlage,
die zu einer Abtreibung berechtigt und ist reichlich herzlos gegenüber
dem Kind.“
Den Satz muss man erst einmal verstehen lernen. Dieser Auswurf an Sexismus  (Erzeuger),  und an geistiger Wirniss ist wohl nicht zu überbieten.
Es fühlt sich also diejenige erpresst, die nach Zeugung eines Kindes die Rechte des Vaters an seinem Kind – und die Rechte des Kindes an dessen Vater – negiert und die eigenen Interessen dem überordnet und sich dann selbst für schutzwürdig erklärt, indem sie sich als Opfer einer Erpressung sieht. Perfider geht es nicht.
Und setzt noch Einen drauf, indem sie daraus eine eigene „soziale Notlage“ begründet, die sie selbst wissentlich und willentlich herbei führte, indem sie mit diesem bösen Menschen in die Kiste ging, (dafür war er dann doch gut genug), um sich dann berechtigt zu sehen, eine Abtreibung ohne dessen Einwilligung vornehmen zu dürfen.
Wenn ich es richtig sehe, ist also die Abtreibung des Kindes dann nicht herzlos, sondern der vom Vater bekundete Wille, das Kind haben zu wollen.
Eines muss man solchen Leuten lassen. Im Laufe der vielen Zeit, die ihnen gelassen wurde, ihre eigenen Interessen über Alles andere zu stellen, konnte man sich so gut vorbereiten, dass es schon zur Tugend erwuchs, aus den eindeutigsten Vorgängen einen Opferstatus hervor zu zaubern, dessen Hinterlist zu durchschauen nur den Ausgebufftesten noch möglich erscheint.

 

 

 

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Ein Kommentar zu „„Zwangsvaterschaft“ – oder: Die Hinterfragung eines mütterlichen Alleinstellungsmerkmales…

  1. Guter Artikel, der es auf einige Punkte kulminiert. Danke fürs Verlinken und ein Like von mir dafür (Kleiner Tipp: funktioniert auch auf meinem Blog vice versa)

    Ich hatte gerade auf den Kommentar des „Westerwald-Boten“ geantwortet, der schrieb:

    „Es fühlt sich also diejenige erpresst, die nach Zeugung eines Kindes die Rechte des Vaters an seinem Kind – und die Rechte des Kindes an dessen Vater – negiert und die eigenen Interessen dem überordnet und sich dann selbst für schutzwürdig erklärt, indem sie sich als Opfer einer Erpressung sieht. Perfider geht es nicht.“

    PS: Habe deinen Beitrag aktuell der Liste zwecks tieferem Einstieg beigefügt, da er gut einen Teilaspekt dieser komplexen Thematik zu beleuchten scheint. Zitat Elmar Diederichs auf seiner Präsentation:

    „7 von 20 workshops des Genderkongresses behandeln einen Aspekt der
    Zwangsvaterschaft.“

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