Die Mauer des Dagobert Trump

Was treibt den Bundesbürger nur alles um, nur damit er sich nicht mit sich selbst beschäftigen muss. Und denkt er, er könnte es in Betracht ziehen, sorgt die Presse schon dafür, den Blick dorthin zu wenden, bezüglich dessen man zwar am wenigsten Ahnung hat, aber es die Moral zu gebieten scheint.

Und da der Themen viele derzeit in Form einer ganzen Horde Säue durch die Dörfer gejagt werden, erschließt sich ein fast unermesslich großer Quell an Schlagzeilen, an denen man sich so richtig abreagieren kann. Nutzt zwar niemandem, ist aber egal.

Und während die Chinesen bauen was das Zeug hält, basteln wir an Flughäfen und torkeln durch Talk-Shows in denen geklärt werden muss, wie die Sitzordnung auf dem Gender-Klo zu funktioneren hat.

In Anbetracht solcher Prioritäten darf einer in der Aufzählung nicht fehlen: Trump! Der Herrscher eines Noch-Imperiums, Unsympath vor dem Herrn und dann auch noch einer, der die Interessen seines Landes – so sagt er zumindest – tatsächlich vertreten will. Da wir Solches von unseren gewählten Volksvertretern (diese Bezeichnung ging mir gerade sehr schwer über die Tasten) nicht mehr hatten und wohl auch nicht mehr erwarten dürfen, hat sich ein solches Vokabular aus unserem Terminus vollständig verabschiedet, weshalb es umso befremdlicher klingt, wenn sich Andere dessen immer noch bedienen.

Gut, irgendwie wollte ich mit Trump auch kein Bier trinken gehen. Für Kneipenschlägereien muss man trainiert sein und ich weiß ja nicht, wie der sonst so drauf ist, aber manchmal habe ich das schizophrene Gefühl, ihn einerseits nicht mögen zu können, aber andererseits manchmal zu verstehen. Damit muss man erst einmal zurecht kommen.

Aber man muss schon verinnerlichen, dass wenn man ständig auf jemanden einprügelt, er dann auch nicht gerade liebreizend reagiert – aber das soll nicht mein Problem sein. Da kann sich Berlin dran erfreuen, und man kann nur hoffen, das es für uns keine weitreichenden Folgen hat, ständig jemandem ans Bein zu pinkeln, der ungleich fester beißen kann.

Nun, da passt nicht, was seitens Berlin irgendwie nicht mehr ganz zusammen gehört. Die Einen reißen eine Mauer ein und die anderen bauen eine auf. Das kriegen wir nicht in die Birne und da liegt ein riesen Problem.

Da wäre es mal anzuraten, sich über ein Warum und die Gründe, die man dort vielleicht haben könnte, Gedanken zu machen, aber die fehlen in diesem Kontext dem politischen Mainstream völlig.

Fassen wir mal grob zusammen. Da gibt es ein Land, genannt USA mit einem Nachbarn, genannt Mexiko. So weit so gut. An der Grenze (ein Begriff dessen Bedeutung wir gerade zu vergessen scheinen) kraucheln tausende Grenzpolizisten durch Büsche oder sitzen hinter Dünen und versuchen Menschen aufzugreifen, die ebenfalls dort herum tapern und versuchen sie zu überschreiten. Dieses Katz- und Maus Spiel haben wir schon lange. Das Ganze ist gesetzlich nachvollziehbar, Schmuggel gehört zum Geschäft, illegale Einwanderung zur politischen Landschaft und Grenzsicherung, wie der Name schon sagt, zur Sicherung landeseigener Interessen. Ich weiß, nicht bei uns, aber das ist ein anderes Thema.

Nun kommt also einer daher und will gerade dort eine Mauer bauen. Oder einen großen, dicken festen Zaun. Lassen wir uns da jetzt nicht auf unwichtige Details ein. Erst einmal macht das vor dem Hintergrund, exzessiven Drogenschmuggels (über den hier keiner redet), illegaler und unkontrollierter Einwanderung (über das hier keiner reden will bzw. darf), erst einmal sachlich betrachtet, einen gewissen Sinn.

Nun würde alleine dies, der Teddybärchen-Werfer vom Flughafen Frankfurt nicht akzeptieren können, weil wir sind ja alle gleich und denken multilateral, aber lassen wir mal diese ideologisch motivierten Tathergänge außer Acht und werfen einen Blick, der Argumentation für solches Tun des Herrn Trump Tribut zollend, hinter die Fassade und auf das Land Mexiko.

Nun darf ich glücklicherweise behaupten, über die dortigen Zustände berichten zu können, aufgrund einer nicht versiegenden Quelle eines dort lebenden Deutschen, der zutage bringt, was deutsche Journalisten nicht imstande sind zu recherchieren. Eine Diskussion darüber, ob es einfach nur nicht interessant genug erscheint, oder aber andere Gründe vorherrschen, ist müßig und spekulativ und deshalb lassen wir das.

Alle mir vorliegenden recht spannenden Geschichten und Vorkommnisse in Einem zu veröffentlichen, würde ein mittleres Buch füllen. Also suche ich für den Interessierten mal nur ein paar nette Eckdaten und Storys raus und dann mag man neu überlegen, ob eine solche Mauer nicht vielleicht doch Sinn machen kann, auch wenn sie letztlich wohl nicht den gewünschten Erfolg bringen wird. Denn tatsächlich ist sie eine Mauer der Angst und der Verzweiflung vor einer Art des Verbrechens, das so abgrundtief häßlich ist, dass selbst ein Drogenboss nicht mehr mitspielen wollte. Nein, ich drehe gerade nicht durch…

Erinnern Sie sich an unsere Kanzlerin. wie sie händeschüttelnd und lächelnd auf der Hannover-Messe den damaligen Vorzeigedemokraten und Präsidenten des Landes Mexiko mit Namen Enrique Pena Nieto die Hand schüttelte und von weiterem Ausbau wirtschaftlicher und ganz toller neuer Beziehungen sprach? Vielleicht. Und wenn uns Solches gezeigt wird, sind wir ganz dolle stolz. Auf die VW Werke dort, unsere neuen Windmühlen, die auch dort jetzt drehen und vieles vieles mehr. Natürlich machen wir keine Geschäfte mit Schurkenstaaten oder Despoten. Das hätte man uns in diesem Falle ja gesagt, wenn es so wäre. Das kann natürlich bei dem nett drein schauenden, seitengescheiteltem Model-Typ so gar nicht sein.

Während ich diese Zeilen schreibe, hat mittlerweile nach über neunzigjähriger (!) Herrschaft der Partei PRI, welcher auch der nette Herr Nieto angehört, endlich ein anderer gewonnen. Gut, es gab während dieser Herrschaft mal zwei Perioden in denen eine andere Partei – die PAN – regierte, aber das zählt nicht. Das ist nur ein anderer Sauhaufen mit anderem Namen und mit gleichen Zielen.

Der neue Präsident heißt Andres Manuel Lopez Obrador. Er ist ein zivilisierter, ehrbarer Mann und das meine ich auch so. Derzeit hofft man, da er unglaublicherweise vor der Wahl eben diese Phase überlebt hat, dass dies auch weiterhin so bleibt.

Um die Mauer zu verstehen, rollen wir mal vom Datum her ein paar Dinge von vorne nach hinten auf. Das heißt, ich zitiere bzw. vermelde vom aktuellsten Datum, hin in die Vergangenheit und nicht anders herum:

1) „El Chapo“ (ehemaliger Chef des Sinaloa-Drogenkartells) hat laut seinem eigenen Anwalt insgesamt mindestens 1.800 Millionen (1,8 Milliarden) Dollar in Cash an den Ex-Präsidenten Enrique Pena Nieto (PRI) gezahlt. Dafür wurden unzählige LKW und Fahrer benötigt, die auf Fotos und Videos als Beweismaterial vorliegen. Der Anwalt von „El Chapo“ will die Beweise nun der Generalstaatsanwaltschaft in Mexiko vorlegen.


2) Gleichzeitig gab der Anwalt von „El Chapo“ an, dass der Ex-Präsident Enrique Pena Nieto „El Chapo“ darum gebeten habe, den damaligen Präsidentschaftskandidaten und heutigen Präsidenten Andrés Manuel López Obrador (Morena) zu töten. „El Chapo“ weigerte sich jedoch, da er sich selbst als Landwirt sieht und nicht etwa als Gangster.

3) Der Ex-Präsident Enrique Pena Nieto befindet sich seit mehreren Wochen in Madrid, hat sich von seiner Frau scheiden lassen und ist jetzt mit einem Model zusammen (vermutlich haben sie auch eine heimliche Tochter zusammen). Er soll Nachbar von Cristiano Ronaldo und Zinedine Zidane sein. Er gibt jedoch an, weiterhin in Mexiko zu wohnen und in kein anderes Land umziehen zu wollen.

Quellen: https://adnpolitico.com/mexico/2019/02/ … -en-madrid, https://aristeguinoticias.com/2202/mexi … r-abogado/

Witzig oder? Ein ehemaliger Staatspräsident (bis November 2018) ist so kriminell, dass sogar ein (ehemaliger) Drogenboss überfordert erscheint.

Der Knaller an der Sache ist, dass nach der Wahl Obradors (MORENA – das ist seine Partei) unser „Spiegel“, sich selbst ja sehend als „linkes und humanitäres Blatt“ , den neuen Präsidenten kackdreist als Populisten hinstellte.

https://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-und-andres-manuel-lopez-obrador-gegner-oder-freunde-a-1241234.html

Die Bürger Mexikos sahen das etwas anders als der Spiegel. Die Vereidigung des neuen Präsidenten hatte im mexikanischen Fernsehen eine bessere Einschaltquote als das WM-Finale. Ich denke das will schon etwas heißen.

Quelle: http://www.nacion321.com/gobierno/5-pru … 9mm4HO_M-A

Im Übrigen auch ein sehr bescheidener Präsident. Er fährt einen VW Jetta. Die Politbanden, welche Mexiko bis 2018 regierten und heute natürlich noch ihren Einfluss dort haben, machten das etwas anders.

Schauen wir uns die letzten Amtshandlungen eines Präsidenten Pena Nieto an, bevor er im November abtreten musste. In einem Land, in dem der Großteil der Bevölkerung bitterarm ist und – übrigens ! – die Menschen dort im Vergleich zu allen anderen Nationen, mit am meisten arbeiten! Hätten Sie es gewusst?

November 2018:

Der noch für eine Woche im Amt befindliche Präsident Enrique Pena Nieto (PRI) hat als eine seiner letzten Amtshandlungen beschlossen, die Subventionen für Benzin in Mexiko zu streichen. Bisher wurden 4,59 Pesos pro Liter vom Staat getragen. Der Benzinpreis wird ohne die Subventionen konsequenterweise ansteigen. Statt bisher 22,63 Pesos pro Liter (0,98€) wird der Benzinpreis schon morgen bei 27,22 Pesos (1,18€) liegen.

Zur Einordnung:

1) Der Mindestlohn in Mexiko beträgt 11,04 Pesos pro Stunde (0,48€). Das heißt selbst zwei Arbeitsstunden im Mindestlohntarif reichen nicht aus, um sich einen Liter Benzin zu kaufen.
2) Der Benzinpreis pro Liter lag vor Amtsantritt von Pena Nieto im Jahr 2012 bei 10,36 Pesos (0,45€). Der Preis stieg also während seiner Amtszeit um mehr als 162% an und liegt nun mehr bei 1,18€.
3) Der mexikanische Peso verlor an Wert. War das Verhältnis im Jahr 2012 noch 1 USD = 12,80 Pesos, beträgt es heute 1 USD = 20,17 Pesos. Also auch die Währung selbst hat enorm an Wert verloren, während die Gehälter gleich blieben.

Quelle: https://regeneracion.mx/hacienda-elimin … _bkByDPOZ8, https://www.rankia.mx/blog/mejores-opin … da-externa, https://salariominimo2018mexico.com/

Wenn wir schon von Geld sprechen: Vor Kurzem hat der in New York inhaftierte Drogenboss „El Chapo“ bekannt gegeben, dass der Präsident Enrique Pena Nieto (PRI) und sein Vorgänger Hunderte Millionen Dollar Bestechungsgelder von ihm erhalten hätten. Nun wurde bekannt, dass auch der Minister für innere Sicherheit und Verteidigung (der unter Anderem für die Drogenbekämpfung verantwortlich ist) zwischen 6 bis 8 Millionen Dollar Bestechungsgelder erhalten haben soll. Sämtliche Beschuldigten bestreiten dies und geben an, niemals Gelder empfangen zu haben.

Quelle: https://www.animalpolitico.com/2018/11/ … rcia-luna/

Der ab Dezember im Amt befindliche neue Präsident Andrés Manuel López Obrador will mehrere Volksentscheide ins Leben rufen. Dazu gehört unter Anderem ein Volksentscheid, ob die verschiedenen noch lebenden Expräsidenten juristisch zur Rechenschaft gezogen werden sollen oder ob eine Amnestie die bessere Alternative sei. Hierzu wird er die mexikanische Verfassung ändern und bindende Volksentscheide einführen. Sollte es zu einem positiven Volksentscheid kommen, werden die Ex-Präsidenten Enrique Pena Nieto (PRI), Carlos Salinas de Gortari (PRI), Ernesto Zedillo Ponce de León (PRI), Vicente Fox (PAN) und Felipe Calderón (PAN) vermutlich wegen Korruption, Geldwäsche, Steuerhinterziehung, Massenmord, Mitgliedschaft in terroristischen Organisationen, Hochverrat und/oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt. Bereits jetzt wurde das Gesetz beschlossen, dass Ex-Präsidenten keine staatliche Rente und Boni mehr erhalten. Die Rente für Ex-Präsidenten lag zuvor etwa beim Hundertfachen des mexikanischen Mindestlohns.

Quelle: https://www.animalpolitico.com/2018/11/ … esidentes/, http://www.elfinanciero.com.mx/nacional … linas-amlo

Wenn Sie bis hierhier durchgehalten haben, schauen wir mal nach, wie man sich in einem solchen Land die Taschen voll macht: (Stand: Juli 2018)

1) Die 500 Abgeordneten der Noch-Regierung haben beschlossen, dass jeder Abgeordnete einen „Übergangsbonus“ in Höhe von mehr als 100.000€ erhält, um nach der Legislaturperiode nicht auf der Straße zu landen. (Quelle: https://regeneracion.mx/antes-de-que-en … r-persona/)

2) Eine Lokal-Abgeordnete der Partei „PRI“ gab in einem Interview an, dass sie „zum Überleben klauen müsse, falls ihr Gehalt verringert werden würde“. 2000€ monatlich (mehr als 10x Mindestlohn) würden nicht ausreichen, um der Tätigkeit nachzukommen. Sie fordert für sie und ihre Familie kostenlose Lebensmittel, kostenloses Benzin und eine Maut-Ausnahme für ihre Autos. (Quelle: https://regeneracion.mx/si-me-bajan-el- … n-jalisco/)

und hier, wie man andere sanktioniert, die Spenden für die Erdbebenopfer bereit hielten und zur politischen Konkurrenz gehören:

Die ab Dezember 2018 an der Macht sitzende Partei „MORENA“ soll eine Strafe in Höhe von 197 Millionen Pesos (8,2 Millionen Euro) zahlen, weil sie nach dem Erdbeben vom 19. September unerlaubt Gelder der Partei an Opfer des Erdbebens gespendet hat. Der neue Präsident spricht von „einem Versuch, die Partei finanziell zu schädigen“. (Quelle: https://www.animalpolitico.com/2018/07/ … a-fe-amlo/)

Im Vorwahlkampf passierte natürlich so einiges. Komisch nur, dass dies bei uns medial niemand an den Pranger stellte, ja nicht einmal öffentlichkeitswirksam erwähnte, wo wir doch immer so gerne aufpassen, das gute Gewissen dieser Welt sein zu wollen:

Juni 2018:

Am nächsten Sonntag stehen endlich die Präsidentschaftswahlen in Mexiko an. Im bisherigen Wahlkampf sind mindestens 121 Politiker ermordet worden. (Quelle: https://www.infobae.com/america/mexico/ … en-mexico/)

Denn tatsächlich kennen wir doch auch aus den Medien, dass wir Vorzeigedemokraten auch Wahlbeobachter haben, um den ganzen schrägen Vögeln auf die Finger zu schauen. Naja, scheinbar dann doch nicht überall:

Die gesamte Poilzei der Stadt Ocampo (Michoacan) wurde wegen des Mordes eines Politikers verhaftet. (Quelle: https://elpais.com/internacional/2018/0 … 32732.html)

Im Bundesstaat Tabasco hat ein bewaffnetes Überfallkommando 5 Pakete mit insgesamt über 11.000 Stimmzetteln erbeutet. (Quelle: https://www.proceso.com.mx/540127/grupo … en-tabasco)

Die Europäische Union hat es abgelehnt, Wahlbeobachter nach Mexiko zu entsenden. Grund seien „fehlende Ressourcen“ und „höhere Prioritäten“. 2006 kam es zu einem Skandal, als der Leiter der EU-Wahlbeobachter noch vor der Bekanntgabe der Wahlergebnisse einem Kandidaten zum gelungenen Sieg beglückwünschte. Trotz der Anfechtung der Wahl wurde der Kandidat schnell von der gesamten EU als Gewinner anerkannt. (Quelle: https://www.proceso.com.mx/539642/la-ue … s-a-mexico)

Mexiko: Ein failed State allererster Güte. Aber der böse Trump will einen Zaun. Der Nachbar hat die Schnauze voll. Oh Gott, wie populistisch! (Ironiebutton aus). Und das aus dem Munde Deutschlands und einer EU, die nur froh sein kann, dass niemand erfährt, welche Spiele man hier zu treiben gewillt ist – wenn es nur schnöden Gewinnen aus wirtschaftlicher Zusammenarbeit gut tut.

So eine Wahl ist was ganz unangenehmes, der sich viele Politiker stellen müssen, denen es verwehrt blieb, ganz einfach eine Diktatur auszurufen. Also sagt man: Wir haben eine Demokratie! Und wenn niemand genau hinschauen (will), dann kann man schön und in Ruhe daran basteln, eben eine solche Wahl – sagen wir mal – so zu gestalten, als sähe es aus, als wäre es eine…

Und das geht so:

Passend dazu: Die Staatsanwaltschaft des Bundesstaats Querétaro hat heute drei Lagerhallen beschlagnahmt, in der neben 13255 Fernsehern der Marke Samsung und 33 Wassertanks auch über 3.000 „Fressbeutel“ gefunden wurden. Video: https://www.youtube.com/watch?v=ojIN46GLSgQ

Quelle: https://www.sdpnoticias.com/estados/201 … por-el-pri

Es ist ja bekannt, dass die Regierungspartei PRI entweder direkt Geld anbietet für abgegebene Stimmen (d.h. Fotos der Ausweise, mit denen die Partei dann selbst Stimmzettel ausfüllt) oder eben Sachgegenstände wie Fernseher, Baumaterialien oder Lebensmittel als Gegenleistung anbietet.

So ein „Fressbeutel“ sieht folgendermaßen aus: Im Grunde sind das Reis, Zucker, Mehl, Nudeln, Bohnen, Schokopulver oder Milch sowie vielleicht Reinigungsmittel und ein Geldschein! Und nicht zu vergessen natürlich das Logo der Partei und das Foto des Kandidaten! Dreister geht es wirklich nicht mehr.

Auch will ich Ihnen zeigen, wie man in einem solchen Land mit Hilfslieferungen umgeht, wenn gerade ein Erdbeben die Existenzgrundlage der Ärmsten der Armen zerstört hat:

Am 30.09.2017 bedankte sich, die Regierung Mexikos wie folgt:

Kanada hatte 1500 Zelte als Notunterkünfte nach Mexiko geschickt. Die mexikanische Regierung bedankte sich für die 750 Zelte. Die restlichen sind unterwegs wohl „abhanden gekommen“.

Wenn wir schon von Zelten sprechen. Auch Japan hat jede Menge Zelte für die Opfer der Erdbeben gespendet. In Zahlreichen Gemeinden wurden diese nun von der Regierung zur Miete oder zum Verkauf angeboten. (Beispielvideo auf Spanisch: https://www.facebook.com/RegeneracionPe … 921470816/)

Die Kriminalität in diesem Land kann man wie folgt verdeutlichen:

Allein im Juni 2017 wurden über 2.200 Menschen ermordet – sprich im Schnitt 73 Morde pro Tag. Das ist der schlechteste Wert seit Beginn der Datenerfassung im Jahre 1997. Und die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher sein, da es sich bei diesen Zahlen um offizielle Zahlen der Regierung handelt. Bis Ende Juni kamen wurden demnach dieses Jahr bereits über 12.000 Menschen in Mexiko ermordet. Das entspricht einer Steigerung von etwa 30% im Vergleich zum Vorjahr.

Kriminalität kann nur bekämpfen, wer sich als gewählter Volksvertreter rechtstreu verhält und die Gesetze anwenden will. Wer dies nicht tut, gehört zur anderen Seite, wie z.B. diese Politiker Mexikos. (Stand: 04/17)

1) Gestern wurde der Ex-Gouverneur Tomás Yarrington (PRI) des Bundesstaats Tamaulipas in Florenz (Italien) festgenommen. Er wurde von den USA wegen Geldwäsche und organisiertem Verbrechen gesucht. Die mexikanische Regierung (PRI) hat bereits die Auslieferung gefordert. (Quelle: http://www.proceso.com.mx/481642/detien … yarrington)

2) Bereits im Januar 2016 wurde der Ex-Gouverneur Humberto Moreira (PRI) des Bundesstaats Coahuila in Spanien wegen Geldwäsche und organisiertem Verbrechen verhaftet. Die mexikanische Regierung (PRI) hat unter großem diplomatischen Druck die Auslieferung gefordert, wohingegen sich die spanische Staatsanwaltschaft sträubte. Im Februar 2016 wurde er ausgeliefert. Mittlerweile befindet sich Humberto Moreira wieder im Wahlkampf für die Gouverneur-Wahlen im Bundesstaat Coahuila unter Leitung der Partei „PRI“. (Quellen: http://aristeguinoticias.com/2202/mexic … a-el-pais/, und http://www.eluniversal.com.mx/articulo/ … n-coahuila)

3) Im Februar 2017 hat der Ex-Gouverneur César Duarte (PRI) des Bundesstaats Chihuahua in Texas die US-amerikanische Staatsbürgerschaft beantragt, nachdem er in Mexiko wegen Korruption und Geldwäsche gesucht wird. Er verfügt in El Paso (Texas) mehrere Villen. Die USA haben den Antrag abgelehnt (Quelle: http://regeneracion.mx/cesar-duarte-pid … ania-a-eu/) und die Sache öffentlich gemacht. César Duarte hat daraufhin bei der mexikanischen Staatsanwaltschaft seine Unschuld beteuert und gleichzeitig die Einstellung der Untersuchungen gegen ihn gefordert. Brisant: Ein Sohn des Ex-Gouverneurs ist mit der Tochter des Staatsanwalts verheiratet. Auch der Finanzminister des Bundesstaats Chihuahua (PRI) und die mexikanische Bank „Progresso“ wurden wegen Korruption und Geldwäsche angeklagt. (Quelle: http://www.proceso.com.mx/471637/cesar- … -en-contra)

4) Noch immer wird der Ex-Gouverneur Javier Duarte (PRI) des Bundesstaats Veracruz wegen Geldwäsche, Korruption, Betrug, organisiertem Verbrechen und Steuerhinterziehung gesucht. Er soll sich in Guatemala oder Honduras aufhalten. Er soll sogar als korruptester Politiker der Welt in die Guiness World Records aufgenommen werden (noch vor Politikern aus Senegal oder der zentralafrikanischen Republik). Er soll 1454 Millionen Dollar veruntreut haben. (Quelle: https://www.debate.com.mx/mexico/Duarte … -0139.html)

Einer der Präsidentschaftskandidaten – der es glücklicherweise nicht schaffte – traf hingegen etwa zur gleichen Zeit unsere Bundeskanzlerin Merkel alias IM Erika zum Gerspräch. Und das lief so.:

Stand 02/2017

Ein möglicher mexikanischer Präsidentschaftskandidat (Ricardo Anaya) der Partei „PAN“ hat sich in Berlin mit Angela Merkel getroffen, um über mögliche wirtschaftliche Allianzen, zukünftige Probleme Mexikos unter dem US-Präsidenten Trump und über die neue Weltordnung zu sprechen. Anaya betonte ausdrücklich, dass Mauern zu nichts führen und er es schätze, dass Merkel hunderttausende hilflose Flüchtlinge aufgenommen habe. (Quelle: http://aristeguinoticias.com/1302/mexic … l-a-anaya/ und http://www.proceso.com.mx/474323/anaya- … ler-merkel)

Was für Heuchler, treiben diese Leute doch das Land selbst in den Ruin. Und Merkel darf dann wieder schön Waffen an die Drogenkar…Regierung schicken. Zukünftige Probleme Mexikos unter dem Präsidenten Trump? Na sicher. Selbst ist man die Unschuld per definitionem…

Und genau dieser Trump, welchen wir gerne als Sündenbock anführen, hat tatsächlich von den mexikanischen Eliten die Nase gestrichen voll gehabt, welches sich wie folgt äußerte (Stand 02/17)

…wurden neue Details zu dem Telefonat zwischen Trump und Pena Nieto bekannt. Demnach soll Trump dem mexikanischen Präsidenten mit einer militärischen Invasion in Mexiko gedroht haben, sollte Mexiko das Drogenproblem nicht in den Griff bekommen. Wortwörtlich hat Trump demnach gesagt: „Wir brauchen Mexiko nicht. Wir brauchen keine Mexikaner. Wenn die mexikanische Armee unfähig ist, entsenden wir unsere. Wir bauen die Mauer und ihr zahlt, ob ihr wollt oder nicht.“

Außerdem betonte er, dass er im letzten August nur äußerst ungern nach Mexiko gereist ist und dies nur auf Rat eines Beraters tat. Der mexikanische Präsident betonte, weiterhin eine gute nachbarschaftliche Beziehung pflegen zu wollen. Das Gespräch dauerte nicht wie ursprünglich angenommen 1h, sondern nur 20 Minuten.

Quelle: http://regeneracion.mx/trump-no-quiere- … -balbuceo/

Medienberichten zufolge hieß es im Anschluß, die Drohung Trumps einer Invasion wäre nicht erfolgt. Nun, ernsthaft wäre ja wohl auch keiner davon ausgegangen. Da sind wohl ein paar Pferdchen mit ihm durchgegangen, was man bei diesem Banden durchaus nachvollziehen kann.

Wie gesagt, das sind nur Ausschnitte! Na? Immer noch keine Lust auf eine Mauer? Natürlich sind die Leidtragenden auch echte Flüchtlinge. Menschen, die sich gerne eine neue Existenz aufbauen würden beim reicheren Nachbarn. Sie unkontrolliert mit einigen Dealern vermischt einreisen zu lassen, ist aber für die USA wohl auch kaum noch tragbar. Aber das kennen wir hier ja auch schon.. Nur, da waren es keine Dealer. Obwohl…

Will sagen: Ob eine „Mauer“ tatsächlich der richtige Schritt ist, weiß ich nicht, Bezweifeln darf man das. Aber die Sichtweise auf Entscheidungen eines US-Präsidenten sollte es dann doch irgendwie relativieren, im Angesicht dessen, was hier medial verbreitet wird oder zumindest bzw. zu denken geben, dass all die Klugschwätzer die wir hier haben tatsächlich nicht den Hauch einer Ahnung besitzen.

Die Vita einiger Protagonisten und auch die des neuen Präsidenten habe ich jetzt hier nicht auch noch aufgeführt. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Land im Angesicht von Plünderungen aus Not und Drogenkriminalität sich vielleicht doch noch einmal fängt.

Ebenso bleibt zu hoffen, das der neue Präsident Obrador Erfolg haben wird und diesen auch noch überlebt. Wir erinnern uns an die über 40 Studenten, deren Tod bis heute nicht aufgeklärt wurde. Einer der wenigen Fälle, die bei uns Erwähnung fanden.

Aber zu Einem – so hoffe ich – hat der Blick über den Teich vielleicht beigetragen. Welche Verlogenheit und Heuchlerei unsere eigenen politischen Mannschaften an den Tag legen können ist schon bezeichnend. Auch wenn man sich hier zivilisiert gibt und nicht mordend durch Wahlen schießt, so kommt das bewusste Augen verschließen vor einer solchen Situation einer Mittäterschaft gleich und die Ausrede wirtschaftliche Interessen wahren zu müssen, ist dann an Zynismus nicht mehr zu überbieten.

Ein Kommentar zu „Die Mauer des Dagobert Trump

  1. Passt nicht ganz zum Artikel – betrifft aber die Grenzüberschreitung einer Ex-Obama:

    Michelle Obama „Genauso wie Trump“
    – deshalb sind Väter jetzt wütend auf Michelle Obama

    Die ehemalige First Lady Michelle Obama hat die USA unter Donald Trump mit den Kinder-Wochenenden bei einem geschiedenen Vater verglichen. Geschiedenen Vätern auf Twitter gefiel das allerdings gar nicht.

    https://www.stern.de/lifestyle/leute/michelle-obama–deshalb-sind-einige-vaeter-wuetend-auf-die-ex-first-lady-8672302.html

    Gerade Michelle sollte es als Ex-geplagte Apartheid-Betroffene doch wohl besser wissen.
    Aber, ach nein, das muss sie ja nicht, denn sie wuchs ja als farbige Privilegierte auf ..

    Liken

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